|
|
|
| |
Hier verabschiedet sich der analytische Verstand und macht der schieren Ehrfurcht Platz
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: American III: Solitary Man (Audio CD) "Solitary Man" ist das dritte von insgesamt (leider nur) vier Alben, die Johnny Cash in den 1990er Jahren mit Rick Rubin produzierte; jedes anders, aber jedes davon ein Juwel, ein Denkmal, ein Vermächtnis. Keine zuckrigen Synthesizer konterkarieren die Wirkung dieser vom Leben gezeichneten Ausnahme-Stimme, sondern Akustik pur bleibt bescheiden im Hintergrund und verstärkt den Eindruck noch: hauptsächlich Gitarre, manchmal Klavier, manchmal auch Fiddel oder ein Harmonium, das mindestens so viel Jahre auf dem Buckel zu haben scheint wie der Sänger.
Schon beim zweiten Hören hab ich's aufgegeben, die Highlights dieses Albums herauszupicken -- das ganze Album ist ein einziges Highlight. Beim Hören verabschiedet sich der analytische Verstand und macht der schieren Ehrfurcht Platz. Was der große alte Mann des Country hier vorlegte, konnte er vielleicht noch nicht mal selber übertreffen: 14 großartige Balladen, teils Traditionals wie "Wayfaring Stranger", teils Cover-Versionen von Tom Petty, Neil Diamond, Bonnie Prince Billy, Nick Cave und vielen anderen, und teils Eigenkompositionen. Einzigartig ist das Gespür, das Johnny Cash hier zeigt für die verschiedenen Musik-Traditionen, und ebenso einzigartig ist das Gespür, mit dem der Man in Black in seinen Cover-Versionen zeigt, was in den Originalen alles drinsteckt: "One" -- da musste erst der Alte ran, damit die Welt merkte, dass der Song Klasse hat. "Nobody" oder "Wayfaring Stranger" -- es braucht nicht viel, um Uralt-Klassiker neu erstrahlen zu lassen; ein Johnny Cash genügt. "I'm Leavin' Now" als quietschfideles Duett mit dem alten Weggefährten Merle Haggard -- wieder mal Nashvilles Hitparadenzeug eine erfreulich lange Nase gedreht. Und so weiter. Nur einen noch: Egal die wievielte Cover-Version etwa von "That Lucky Old Sun" Cashs Version sein mag -- sie klingt, als würde dieser in der Wolle gefärbte Beinahe-Blues zum ersten Mal gesungen. Und so geht es einem bei j e d e m Track. Johnny Cash hat nicht nur Country neu erfunden -- geerdet, mit der narbenübersäten Stimme des vom Leben gebeutelten 70jährigen, und mit untrüglichem Gespür für die Musik. So hat noch keiner Balladen gesungen.
Wenn mich jetzt nochmal jemand mit hochgezogener Augenbraue fragt, wieso ich als gebildeter (?) und sonst durchaus zurechnungsfähiger (??) Mensch Johnny Cashs Alben horte und höre, dann spiel ich ihm diese CD vor -- am besten gleich die volle Dröhnung: Spätestens "The Mercy Seat" oder "Solitary Man" dürften jeden überzeugen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. März 2010 | | |
| | | | |
| | | Zur Übersicht ... |
 |  |  |  |  |  | | |
| |
Angebote zu , , ab 1 Euro!
|
| Siehe auch folgende Artikel: |
|
|  | | American IV: The Man Comes Around American V: A Hundred Highways American Recordings American VI: Ain't No Grave
|
| | Mehr zu Country, Pop, Rock
|
| | Home ..., , Begleitseite ... |
|
|
| | Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von |
|
| The domain name speziell.com is for sale or rent! For more information look at DomainDorado.com ... | Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum) |
| |